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Paris Open: Alex de Minaur unterliegt Alexander Blockx

May 27, 2026  Twila Rosenbaum  8 views
Paris Open: Alex de Minaur unterliegt Alexander Blockx

Auf dem Pariser Sandplatz hat es am Mittwoch, den 27. Mai 2026, eine faustdicke Überraschung gegeben: Der als Nummer 7 der Weltrangliste gesetzte Australier Alex de Minaur verlor in der zweiten Runde des Paris Open gegen den 21-jährigen Belgier Alexander Blockx mit 6:4, 3:6, 4:6. Das Match dauerte 2 Stunden und 23 Minuten und bot von Beginn an hochklassiges Tennis. Während de Minaur zu Beginn noch die Oberhand hatte, drehte Blockx nach einem verhaltenen Startsatz auf und dominierte die beiden folgenden Durchgänge. Der Belgier zeigte vor allem bei den Ballwechseln am Netz eine beeindruckende Ruhe und variierte geschickt mit Topspins und Stoppbällen.

Spielverlauf: De Minaur startet stark, Blockx kämpft sich zurück

Der erste Satz gehörte dem Australier, der mit seiner Schnelligkeit und den präzisen Grundschlägen den Rhythmus kontrollierte. Bei eigenem Aufschlag verlor de Minaur nur wenige Punkte und sicherte sich das Break zum 4:3, ehe er mit einem cleveren Return den Satz für sich entschied. Doch Blockx, der in diesem Jahr bereits mit Siegen über Top-30-Spieler auf sich aufmerksam gemacht hatte, ließ sich nicht verunsichern. Im zweiten Durchgang erhöhte der Belgier das Tempo, forcierte die forehand von de Minaur und erarbeitete sich zwei Breaks. Vor allem seine Aufschlagquote von über 70 Prozent im zweiten Satz war bemerkenswert – er verwertete drei von vier Breakbällen und glich zum 1:1 in Sätzen aus.

Der entscheidende dritte Satz begann ausgeglichen. Beide Spieler hielten ihre Aufschläge bis zum 3:3, als Blockx plötzlich einen Gang zulegen konnte. Mit starken Returns setzte er de Minaur unter Druck und nutzte die einzige Breakchance des gesamten dritten Satzes zum 4:3. Den Vorsprung gab er nicht mehr ab. Trotz mehrerer Spielbälle des Australiers beim Stand von 5:4 für Blockx blieb der Belgier nervenstark und verwandelte den dritten Matchball mit einem Ass auf die Mitte – sein erster Sieg gegen einen Top-10-Spieler seiner Karriere.

Professionelle Hintergründe: Zwei Spieler, unterschiedliche Wege

Alex de Minaur, 27 Jahre alt, aus New South Wales, steht seit Jahren beständig in den Top 20 der Weltrangliste. Mit elf ATP-Titeln und insgesamt über 24,8 Millionen US-Dollar an Preisgeldern zählt er zu den erfolgreichsten australischen Tennisspielern der Gegenwart. Bekannt für seine außergewöhnliche Schnelligkeit und die Fähigkeit, selbst die schärfsten Winkelbälle zu erreichen, hat de Minaur besonders auf Hartplätzen seinen Stempel aufgedrückt. Auf Sand hingegen hadert er gelegentlich – die langsamen Bälle liegen ihm weniger als die flachen, schnellen Schläge auf Rasen oder Hartplatz. Dennoch erreichte er bei den French Open 2023 und 2024 zweimal das Achtelfinale, was seine Qualität auf diesem Belag unterstreicht.

Alexander Blockx dagegen ist ein aufstrebendes Talent aus Antwerpen. Mit 21 Jahren und Platz 37 der Weltrangliste ist er noch am Anfang seiner Karriere, aber die Entwicklung seit seinem Debüt vor drei Jahren ist beeindruckend. Als Junioren-Weltmeister von 2021 und Gewinner der Australian Open-Junioren 2022 hat Blockx früh sein Potenzial gezeigt. Sein Spiel zeichnet sich durch einen kraftvollen Aufschlag (er ist 1,93 m groß) und eine aggressive Grundlinienspielweise aus. Die Einnahmen von rund 1,66 Millionen Dollar sind noch vergleichsweise bescheiden, doch mit diesem Erfolg in Paris wird er die nächsten Sprünge in der Rangliste machen. Der Sieg über de Minaur ist nicht nur sein erster gegen einen Top-10-Spieler, sondern auch ein klares Zeichen an die Tenniswelt.

Das Turnier: Paris Open – Tradition und Moderne

Das Paris Open ist ein jährlich ausgetragenes ATP-250-Turnier auf Sand, das stets in der Woche vor den French Open in Roland Garros stattfindet. Anders als die French Open selbst, die zu den vier Grand Slams zählen, bietet die Paris Open den Spielern eine letzte Gelegenheit, sich auf den Pariser Sandplätzen einzuspielen. Das Turnier wurde 1972 erstmals ausgetragen und hat sich seitdem als wichtige Vorbereitung etabliert. Historisch gesehen haben hier bereits Größen wie Björn Borg, Ivan Lendl und Mats Wilander Titel gewonnen. In der Neuzeit stachen Rafael Nadal (der das Turnier dreimal gewann) und Novak Djokovic (viermal) hervor. Für heimische Fans bleibt das Jahr 1983 unvergessen, als Yannick Noah als erster und bislang einziger Franzose den Einzeltitel bei den French Open gewann – ein Triumph, der die Tenniseuphorie in Frankreich neu entfachte.

Roland Garros selbst wurde 1968 als erstes Grand-Slam-Turnier in die „Open“-Ära geführt, was allen Spielern – Profis wie Amateuren – die Teilnahme ermöglichte. Dies öffnete die Tür für eine neue Ära des Tennis, in der die Weltrangliste immer wichtiger wurde. Die Paris Open heute ziehen Jahr für Jahr ein starkes Teilnehmerfeld an, da viele Topspieler die Gelegenheit nutzen, sich an die langsamen, hohen Absprünge des Pariser Sandes zu gewöhnen. Der Sandplatz belohnt geduldige Grundlinienspieler und Ausdauer – Eigenschaften, die sowohl de Minaur als auch Blockx in unterschiedlichem Maße besitzen. De Minaur vertraut auf seine Schnelligkeit, um sich in Ballwechseln zu behaupten, während Blockx mit seiner Größe mehr Druck auf den Gegner ausüben kann.

Analyse: Warum Blockx gewann – und was das für die Zukunft bedeutet

Der Triumph von Alexander Blockx lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen zeigte der Belgier eine taktisch kluge Einstellung: Er mied nach Möglichkeit die Vorhandseite von de Minaur, die dieser mit gefühlvollen Crosscourt-Schlägen diktiert, und zog stattdessen die Rückhand des Australiers immer wieder auf. Blockx‘ Aufschlag war zudem im dritten Satz kaum zu lesen; er variierte zwischen Kick- und Slice-Aufschlägen, sodass de Minaur selten in die Returnvorteile kam. Zum anderen bewies Blockx eine mentale Stärke, die man von einem 21-Jährigen nicht immer erwartet: Nach dem verlorenen ersten Satz blieb er ruhig, steigerte seine Aggressivität und brachte seine Grundschläge mit mehr Tiefe ins Feld. Dies zwang de Minaur zu Fehlern: Der Australier unterliefen im dritten Satz zehn unerzwungene Fehler, vier mehr als sein Gegner.

Für de Minaur ist diese Niederlage ein Rückschlag in der Sandplatzsaison, die er nach verhaltenen Ergebnissen in Monte Carlo (Achtelfinale) und Rom (Viertelfinale) eigentlich stabilisieren wollte. Der Verlust von 250 Weltranglistenpunkten könnte ihn hinter einige Konkurrenten zurückwerfen, die bei den anstehenden French Open um die Top-8-Setzliste kämpfen. Dennoch bleibt de Minaur ein ernst zu nehmender Spieler – sein Können auf allen Belägen hat er mehrfach bewiesen, und er ist dafür bekannt, aus Niederlagen zu lernen. Bereits 2025 zeigte er nach einer überraschenden Auftaktpleite in Miami eine starke Sandplatzserie bis ins Halbfinale von Barcelona.

Für Alexander Blockx hingegen öffnet dieser Sieg Türen. Er wird in der nächsten Weltrangliste um mehrere Positionen springen und rückt nun in den Fokus der Medien und Sponsoren. Das Preisgeld von etwa 25.000 Euro für die zweite Runde ist ein willkommener Bonus, aber wichtiger ist das Selbstvertrauen, das er aus dem Duell mit einem Top-10-Spieler ziehen kann. Sein Trainer, der ehemalige Davis-Cup-Spieler Xavier Malisse, betonte nach dem Spiel, dass Blockx „endlich den mentalen Schritt gemacht“ habe, gegen die Besten zu bestehen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Belgier auch bei den French Open für Furore sorgen kann – im Viertelfinale von Paris Open könnte er auf den an Nummer 2 gesetzten Italiener Jannik Sinner treffen, was eine noch größere Herausforderung wäre.

Historische Parallelen und die Zukunft des belgischen Tennis

Belgien hat im Tennis eine wechselvolle Geschichte. Die größten Erfolge feierten die Spieler aus der Region Flandern und Wallonien in der Vergangenheit mit Kim Clijsters und Justine Henin bei den Damen; bei den Herren waren Top-Spieler wie David Goffin (Top-10-Platzierung 2017) oder der leider frühe Tod von Christophe Rochus’ Bruder immer wieder Achtungserfolge. Alexander Blockx wird bereits jetzt mit Goffin verglichen, der 2018 das Davis-Cup-Finale gegen Kroatien entschied. Blockx hat noch einen langen Weg vor sich, aber seine Grundschläge und sein Aufschlag erinnern an einen jungen Goffin, der ebenfalls mit 21 Jahren erste Top-10-Siege einfuhr. Sollte Blockx diesen Weg fortsetzen, könnte Belgien auf Jahre einen weiteren Weltklassespieler im Einzel haben.

In der Geschichte der Paris Open gab es bereits mehrere Überraschungen: 2005 besiegte der damals 18-jährige Rafael Nadal den Weltranglistenersten Roger Federer im Finale von Paris – ein Vorgeschmack auf die Dominanz des Spaniers. Weniger bekannt ist der Sieg von Stan Wawrinka über Andy Murray im Jahr 2014 oder der Coup des Lokalmatadors Richard Gasquet, der 2008 mit Wildcard das Halbfinale erreichte. Mit seinem Sieg über de Minaur reiht sich Blockx in diese Reihe ein – ob es ihm gelingt, wie Nadal oder Wawrinka aus solchen Erfolgen eine große Karriere zu formen, bleibt abzuwarten.

Bereits am nächsten Tag trifft Alexander Blockx im Achtelfinale auf den Spanier Alejandro Davidovich Fokina, der zuvor den Deutschen Jan-Lennard Struff in drei Sätzen bezwingen hatte. Falls Blockx auch dieses Match gewinnt, winkt ein mögliches Duell mit dem an Nummer 2 gesetzten Jannik Sinner im Viertelfinale. De Minaur hingegen reist nach Paris ab und bereitet sich auf die French Open vor, die am 3. Juni 2026 beginnen. Für ihn heißt es nun, die richtigen Schlüsse aus dieser Niederlage zu ziehen, um auf dem größten Sandplatzturnier der Welt seine Leistung abzurufen. Die ATP Tour lebt von solchen Geschichten – Aufsteiger gegen Etablierte, Talent gegen Erfahrung. Der Pariser Sand war in diesem Jahr der Boden, auf dem Alexander Blockx seine Reife bewies.


Source: News.de News


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