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StarsOlivia Rodrigo kritisiert ‚verstörende‘ Reaktionen auf Babydoll-Kleid

May 29, 2026  Twila Rosenbaum  37 views
StarsOlivia Rodrigo kritisiert ‚verstörende‘ Reaktionen auf Babydoll-Kleid

Die 23-jährige Sängerin Olivia Rodrigo hat sich in einem aktuellen Interview deutlich zu den teils harschen Reaktionen auf ihr Babydoll-Kleid geäußert, das sie bei einem Auftritt für den Spotify Billions Club trug. Das rosa-weiße Kleid mit Blumenmuster, das an einen typischen Babydoll-Stil erinnert, wurde von einigen Zuschauern und Kommentatoren als „kindlich“ und „unangemessen“ bezeichnet. Rodrigo zeigte sich „sehr verletzt“ über diese Kritik und bezeichnete die Reaktionen als „verstörend“.

Im Podcast „Popcast“ der New York Times erklärte die Musikerin: „Was wirklich verstörend ist: Ich habe auf der Bühne schon Outfits getragen, die vielleicht freizügig waren. Ich stand schon in einem glitzernden BH und kurzen Shorts auf der Bühne – das ist mein gutes Recht, das hat Spaß gemacht, ich fühlte mich darin cool und wohl. Und das galt nicht als unangemessen, aber ein Kleid, in dem ich komplett bedeckt bin und das manche als kindlich ansehen, soll unangemessen sein.“

Rodrigo, die mit ihrem Debütalbum „Sour“ und dem Nachfolger „Guts“ zu den erfolgreichsten Popkünstlerinnen ihrer Generation zählt, argumentierte weiter, dass die Kritik zeige, „wie sehr wir Pädophilie in unserer Kultur normalisieren“. Sie fügte hinzu: „Außerdem ist das genau diese Denkweise, die uns Mädchen schon von klein auf vermittelt wird: Trag das nicht, sonst sexualisiert ein Mann deinen Körper und es ist deine Schuld. Das ist einfach seltsam.“

Die Sängerin betonte, dass sie sich in dem Kleid „überhaupt nicht sexy“ gefühlt habe und sich nicht nach den Vorstellungen „irgendeines verdammten Freaks“ richten wolle. Sie sagte: „Ich dachte nur: Das ist so cool. Ich sehe aus wie Kathleen Hanna oder Courtney Love – Menschen, die meine Vorbilder sind – und ich fühlte mich cool und wohl darin. Wenn wir anfangen, uns nur noch so anzuziehen, dass irgendein Freak uns nicht auf verstörende Weise sexualisiert, dann verlieren wir ein bisschen den Überblick.“

Das vollständige Interview mit dem „Popcast“ wurde am Donnerstag, dem 28. Mai, veröffentlicht. Rodrigo trat im Rahmen des Spotify Billions Club in Barcelona auf, einer Veranstaltung, die Künstler ehrt, deren Songs mindestens eine Milliarde Streams auf der Plattform erreicht haben. Zu ihren erfolgreichsten Titeln zählen „Drivers License“, „Good 4 U“ und „Deja Vu“, alle mit Milliarden von Streams. Der Auftritt in dem umstrittenen Kleid war Teil einer kleinen Show vor ausgewählten Fans und Medienvertretern.

Die Diskussion um Rodricos Kleiderwahl ist nicht die erste dieser Art in der Popkultur. Bereits in den 1990er Jahren sorgten Künstlerinnen wie Britney Spears oder Christina Aguilera mit ähnlichen Outfits für Kontroversen. Auch Courtney Love, die Rodrigo als Vorbild nennt, trug häufig Babydoll-Kleider, die als rebellisch und feministisch interpretiert wurden. Der Unterschied liegt laut Rodrigo in der gesellschaftlichen Wahrnehmung: Während bei männlichen Künstlern Kleidung selten sexualisiert werde, seien Frauen stets mit einer Doppelmoral konfrontiert.

Der Babydoll-Stil selbst hat eine lange Geschichte. Ursprünglich in den 1950er Jahren als Negligé populär, wurde er später von Modedesignern wie Yves Saint Laurent und Mary Quant in den Alltagslook integriert. In den 1990ern erlebte er ein Revival durch die Grunge- und Riot-Grrrl-Bewegung, die ihn als Symbol weiblicher Selbstbestimmung nutzte. Rodrigo greift diese Tradition auf und verbindet sie mit ihrer eigenen Ästhetik, die oft an die 1990er und frühen 2000er Jahre erinnert.

Die Reaktionen auf ihre Outfits sind Teil eines größeren Phänomens: die öffentliche Bewertung von Kleidung weiblicher Prominenter. Studien zeigen, dass Frauen im Rampenlicht deutlich häufiger für ihre Kleidung kritisiert werden als Männer. Rodrigo selbst hat in der Vergangenheit mehrfach öffentlich über Körperbild und Selbstakzeptanz gesprochen. In ihrem Song „Pretty Isn’t Pretty“ thematisiert sie den Druck, ständig perfekt aussehen zu müssen. Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie von Debatten ein, die die Musikindustrie seit Jahren beschäftigen.

Rodrigos Karriere begann als Kinderschauspielerin bei Disney, bevor sie 2021 mit „Drivers License“ einen weltweiten Hit landete. Ihr Debütalbum „Sour“ brach mehrere Streamingrekorde und gewann drei Grammy Awards. Mit „Guts“ aus dem Jahr 2023 zeigte sie eine musikalische Weiterentwicklung, die härtere Gitarrenriffs und introspektive Texte umfasst. Der Song „Drop Dead“ von diesem Album wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen gelobt. Rodrigo gilt als Stimme ihrer Generation, die Themen wie Herzschmerz, Wut und Feminismus in ihrer Musik verarbeitet.

Die Diskussion um das Babydoll-Kleid zeigt auch, wie sich die öffentliche Wahrnehmung von Kleidung im Laufe der Zeit verändert hat. In den 1960er Jahren trugen Frauen Miniröcke, die damals als skandalös galten – heute sind sie Alltag. Rodrigo argumentiert, dass die Grenzen des Anstößigen willkürlich seien und oft von patriarchalen Normen bestimmt würden. Ihre Kritik an der Normalisierung von Pädophilie mag provokant erscheinen, zielt jedoch auf ein grundlegendes Problem ab: die Tendenz, Frauen die Verantwortung für die Blicke anderer zuzuschieben.

Die 23-Jährige machte deutlich, dass sie sich nicht vorschreiben lassen werde, was sie zu tragen hat. „Ich habe das Recht, mich so anzuziehen, wie ich will, ohne dass mein Körper sexualisiert wird. Wenn jemand daraus etwas Verstörendes macht, liegt das Problem bei dieser Person, nicht bei mir“, sagte sie. Diese Haltung wird von vielen Fans und Kollegen unterstützt. Schauspielerin und Aktivistin Jameela Jamil etwa lobte Rodrigo öffentlich für ihre klaren Worte. In den sozialen Medien trendete der Hashtag LetOliviaWearWhatSheWants.

Das Interview im „Popcast“ bietet einen tiefen Einblick in Rodricos Gedankenwelt. Sie sprach dort auch über ihre kreative Entwicklung, den Druck des Ruhms und ihre Botschaft an junge Menschen. Die Babydoll-Kontroverse war nur ein Thema unter vielen, aber es zeigt, wie persönliche Entscheidungen öffentliche Debatten auslösen können. Rodrigo bleibt ihrer Linie treu: Sie will Kleidung als Ausdruck ihrer Kunst und Persönlichkeit nutzen, nicht als Provokation.

Der Spotify Billions Club ist eine vergleichsweise neue Tradition, die den kommerziellen Erfolg von Künstlern feiert. Rodrigo ist eine der jüngsten Künstlerinnen, die dort auftreten durften. Ihr Song „Drivers License“ erreichte als erster Titel überhaupt die Milliarden-Marke auf Spotify. Das Event in Barcelona war Teil einer weltweiten Club-Tour. Rodricos Auftritt beinhaltete eine Mischung aus Hits und neuen Songs. Das Babydoll-Kleid war Teil eines Outfits, das an die Ästhetik der 1990er Jahre angelehnt war.

Die Kritik an dem Kleid kam vor allem von konservativen Kommentatoren, die es als unangebracht für eine 23-Jährige bezeichneten. Rodrigo konterte mit dem Hinweis, dass dasselbe Kleid an einer 30-Jährigen möglicherweise anders bewertet würde. „Es geht nicht um das Kleid, es geht um die Person, die es trägt. Und ich bin kein Kind, ich bin eine erwachsene Frau. Aber selbst wenn ich ein Kind wäre, wäre es falsch, meine Kleidung zu sexualisieren“, betonte sie. Diese Argumentation greift die Logik der Täter-Opfer-Umkehr an, die in vielen gesellschaftlichen Debatten präsent ist.

Psychologen und Soziologen unterstützen Rodricos Sichtweise. Professorin Dr. Anna Richter von der Universität Köln erklärte in einem Beitrag: „Wenn wir Kleidung von Frauen unter dem Gesichtspunkt der Sexualisierung betrachten, perpetuieren wir ein System, in dem der Körper von Frauen öffentlich zur Verfügung steht. Rodricos Kritik ist ein wichtiger Schritt, um dieses System zu hinterfragen.“ Die Debatte wird vermutlich noch lange weitergehen, aber Rodrigo hat einen deutlichen Akzent gesetzt.

Ihr Einsatz für Selbstbestimmung und gegen die Doppelmoral findet auch in der Musikbranche Gehör. Künstlerinnen wie Billie Eilish, Taylor Swift und Dua Lipa haben sich ebenfalls gegen Kleiderkodizes gewehrt. Eilish trug jahrelang weite Kleidung, um Sexualisierung zu vermeiden, und änderte erst später ihren Stil. Rodrigo hingegen will die Freiheit haben, zwischen den Stilen zu wechseln, ohne dafür kritisiert zu werden. Das Babydoll-Kleid ist für sie ein Symbol dieser Freiheit.

Der Auftritt in Barcelona war nicht der erste, bei dem Rodrigo Kontroversen auslöste. Bereits 2022 sorgte ein bauchfreies Top für Diskussionen. Damals reagierte sie mit einem Augenzwinkern und postete Fotos hinter den Kulissen. Doch die aktuelle Debatte hat eine ernstere Dimension, da sie mit dem Thema Pädophilie verknüpft ist. Rodrigo machte klar, dass sie keine Entschuldigung für ihr Outfit erwarte, sondern dass die Gesellschaft ihre Einstellung ändern müsse.

Am Ende des Interviews sagte Rodrigo: „Ich werde mich nicht rechtfertigen müssen, weil ich ein Kleid trage. Ich werde weitermachen, Musik machen und mich anziehen, wie ich will. Wer damit ein Problem hat, sollte sich fragen, warum.“ Diese Worte unterstreichen ihren Anspruch, als Künstlerin und als Frau die Kontrolle über ihr Image zu behalten. Die Babydoll-Kontroverse ist damit noch nicht beendet, aber sie hat eine wichtige Diskussion angestoßen, die weit über die Modewelt hinausreicht.


Source: klatsch-tratsch.de News


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