Die New York Knicks haben einen weiteren Schritt in Richtung ihres ersten NBA-Playoff-Finales seit 1999 gemacht. Mit einem überzeugenden 121:108-Sieg im dritten Spiel der Halbfinalserie gegen die Cleveland Cavaliers bauten die Knicks ihre Führung auf 3:0 aus. Damit fehlt ihnen nur noch ein Sieg, um den Finaleinzug perfekt zu machen. Die Partie, die am Samstagabend in der Rocket Mortgage FieldHouse in Cleveland stattfand, zog nicht nur Basketball-Fans an, sondern auch prominente Gäste wie Musik-Superstar Taylor Swift und NFL-Profi Travis Kelce, die das Spiel von der Tribüne aus verfolgten.
Die Knicks starteten schwach in die Begegnung und lagen nach dem ersten Viertel bereits mit einem zweistelligen Rückstand zurück. Die Cavaliers, angeführt von Evan Mobley, der mit 24 Punkten bester Werfer der Gastgeber war, dominierten die ersten zwölf Minuten. Doch die Knicks zeigten ihre mentale Stärke und kämpften sich Punkt für Punkt zurück. Jalen Brunson, der erst in dieser Saison zu den Knicks stieß, glänzte erneut mit 30 Punkten und bewies, warum er als einer der Schlüsselspieler für den Erfolg des Teams gilt. Auch Mikal Bridges trug mit 22 Punkten und OG Anunoby mit 21 Punkten wesentlich zum Sieg bei. Die Defensive der Knicks, die in den letzten Spielen stark verbessert auftrat, ließ die Cavaliers im zweiten und dritten Viertel nur selten zur Entfaltung kommen.
Der Sieg bedeutet für die Knicks nicht nur eine 3:0-Führung in der Serie, sondern auch den zehnten Sieg in Folge. Diese Serie begann bereits in der Regular Season und setzt sich nun in den Playoffs fort. Die Mannschaft aus New York hat damit vier Matchbälle, um den Finaleinzug zu sichern. Das vierte Spiel der Serie findet in der Nacht auf Dienstag wieder in Cleveland statt. Sollten die Knicks auch dieses Spiel gewinnen, wären sie das erste Team seit langer Zeit, das nach einem 0:3-Rückstand in einem Playoff-Halbfinale noch die Serie drehen müsste – denn in der Geschichte der NBA konnte noch kein Team einen solchen Rückstand wettmachen.
Die Knicks haben in dieser Saison eine beeindruckende Entwicklung gezeigt. Nach einer durchwachsenen Regular Season, in der sie als Nummer 3 im Osten in die Playoffs gingen, haben sie sich in der Postseason gesteigert. Trainer Tom Thibodeau, bekannt für seine defensive Ausrichtung, hat das Team zu einer Einheit geformt, die sowohl offensiv als auch defensiv überzeugen kann. Jalen Brunson, der vor der Saison von den Dallas Mavericks kam, hat sich als Führungsspieler etabliert. Seine Fähigkeit, unter Druck zu punkten und das Spiel zu lenken, ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Neben Brunson haben auch Spieler wie Julius Randle, der in den Playoffs zwar schwankt, aber dennoch wichtige Beiträge leistet, und der junge RJ Barrett ihren Teil beigetragen. Die Tiefe des Kaders zeigt sich darin, dass in jedem Spiel andere Spieler aufstehen. So war es im dritten Spiel Bridges, der mit 22 Punkten glänzte, während Anunoby mit 21 Punkten und guter Defense überzeugte.
Für die Cleveland Cavaliers hingegen läuft es in dieser Serie alles andere als optimal. Nach einer starken Regular Season, in der sie als Nummer 2 im Osten starteten, haben sie in den Playoffs noch nicht ihre beste Leistung abrufen können. Donovan Mitchell, der Star des Teams, kam im dritten Spiel nur auf 16 Punkte und fand nie richtig in den Rhythmus. Evan Mobley zeigte mit 24 Punkten eine starke Leistung, aber es reichte nicht, um das Team zum Sieg zu führen. Die Cavaliers müssen nun im vierten Spiel alles geben, um eine Serie zu vermeiden, die nach einem 0:3-Rückstand kaum noch zu gewinnen ist. Die Fans hoffen auf ein Wunder, doch die Geschichte spricht gegen sie. In der NBA-Historie haben noch nie ein Team einen 0:3-Rückstand in einer Playoff-Serie überwunden. Insgesamt gab es 146 Versuche, und alle scheiterten. Dennoch werden die Cavaliers in der nächsten Partie alles daran setzen, zumindest ein Spiel zu gewinnen und die Serie nach New York zurückzubringen.
Die Knicks hingegen blicken mit Optimismus auf die kommenden Spiele. Der letzte Meistertitel des Teams datiert aus dem Jahr 1973, als Walt Frazier und Willis Reed die Mannschaft zum Titel führten. Seitdem haben die Knicks immer wieder starke Teams gehabt, aber nie den ganz großen Wurf gelandet. Der letzte Finaleinzug 1999, als Patrick Ewing und Latrell Sprewell das Team anführten, endete mit einer Niederlage gegen die San Antonio Spurs. Nun hat das aktuelle Team die Chance, sich in die Geschichtsbücher der Franchise einzutragen. Spieler wie Jalen Brunson, der in dieser Saison zum ersten Mal in seiner Karriere in den Playoffs glänzt, und der erfahrene Verteidiger Josh Hart, der vor der Trade Deadline von den Portland Trail Blazers kam, haben das Team auf ein neues Level gehoben. Hart bringt Energie und defensives Können, das in den Playoffs entscheidend ist.
Die Serie gegen die Cavaliers hat auch gezeigt, wie wichtig Heimrecht sein kann. Die Knicks haben in dieser Saison eine starke Heimquote von über 70 Prozent, aber auswärts haben sie ebenfalls gute Leistungen gezeigt. Im dritten Spiel bewiesen sie, dass sie auch unter Druck in der Fremde bestehen können. Die Stimmung in der Arena in Cleveland war zwar laut, aber die Knicks ließen sich nicht beeindrucken. Nach einem schwachen Start fanden sie immer besser ins Spiel und dominierten die zweite Hälfte. Besonders die Dreierquote der Knicks war im dritten Spiel bemerkenswert: Sie trafen 14 von 30 Versuchen von jenseits der Dreierlinie, während die Cavaliers nur 9 von 28 trafen. Diese Differenz war ein entscheidender Faktor. Auch die Freiwurfquote der Knicks war mit 85 Prozent sehr gut, was in engen Spielen den Unterschied ausmachen kann.
Historisch betrachtet haben die Knicks eine bewegte Vergangenheit. In den 1970er Jahren gewannen sie zwei Meisterschaften, unter anderem 1970 und 1973. In den 1980er Jahren kämpften sie, um in die Playoffs zu kommen, und in den 1990er Jahren waren sie unter Trainer Pat Riley ein ernstzunehmender Favorit. Die Rivalität mit den Chicago Bulls und den Indiana Pacers prägte diese Ära. Seit dem letzten Finaleinzug 1999 haben die Knicks viele Höhen und Tiefen erlebt. Finanzielle Misswirtschaft, schlechte Draft-Wahlen und häufige Trainerwechsel führten zu einer langen Durststrecke. Erst mit der Ankunft von Präsident Leon Rose und Trainer Tom Thibodeau begann der Wiederaufstieg. Die Verpflichtung von Jalen Brunson war ein Glücksgriff, ebenso wie die Trades für Mikal Bridges und OG Anunoby, die das Team defensiv und offensiv verstärkt haben.
Die Fans in New York sind euphorisch. Die Madison Square Garden Arena wird in den Playoffs zum Hexenkessel. Die Chance, den ersten Finaleinzug seit 26 Jahren zu schaffen, motiviert das gesamte Team. Die Spieler betonen immer wieder, dass sie noch nichts erreicht haben, aber die Anzeichen deuten auf eine erfolgreiche Serie hin. Die Cavaliers müssen im vierten Spiel eine Reaktion zeigen, sonst droht das vorzeitige Aus. Mitchell muss seine beste Leistung abrufen, und die Rolle rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Knicks hingegen können mit der breiten Brust in die nächste Partie gehen. Trainer Thibodeau wird seine Mannschaft aber sicherlich daran erinnern, dass die Serie erst gewonnen ist, wenn das vierte Spiel gewonnen ist. Die nächste Partie wird am Dienstagnacht deutscher Zeit angepfiffen. Sollten die Knicks gewinnen, wäre der Finaleinzug perfekt. Die Gegner im Osten wären entweder die Boston Celtics oder die Philadelphia 76ers, die sich in der anderen Halbfinalserie gegenüberstehen. Die Knicks hätten dann die Chance, sich für die Finalniederlage von 1999 zu revanchieren und den ersten Meistertitel seit 50 Jahren zu holen.
Source: MSN News